Antonin Danalet

Der Fussgänger der Zukunft - Flaneur oder Pedestrian?

Die Möglichkeiten und Risiken des Fahrsteigs für den Stadtraum.

von Christina Haas und Antonin Danalet


Zu-Fuss-gehen ist die einfachste und natürlichste Art der Fortbewegung. Dennoch hat der Fussgänger über die Modernität an Bedeutung verloren und wurde ersetzt durch das Auto. Dies hat zu einer drastischen Veränderung des Stadtraums geführt. Weit vom (Arbeits-)Zentrum entfernte Vorstädte sind auf einmal erreichbar. Das Tempo des Fussgängers ist längst nicht mehr massgebend für regelmässig zurückgelegte Distanzen und den Massstab der Gebäude. Immer mehr Orte sind unzugänglich für den Fussgänger. Das zeigt schon die Weltausstellung 1964 in New York, eine Ausstellung, die sich der Abbildung futuristischer Fortbewegungsarten verschrieben hat. Ausgestellt wurden Autos, Helikopter, Seilbahnen, Einschienenbahnen und sogar Raketenrucksäcke, aber der Fussgänger wurde nicht thematisiert. Auf dem Fussweg war es sogar unmöglich zu der Ausstellung zu gelangen. Der heutige Diskurs in Architektur und Städtebau kehrt zurück zu dem Fussgänger, favorisiert kurze Distanzen und "walkable cities".

Fahrsteig an der Weltausstellung in Paris, 1900Fahrsteig an der Weltausstellung in Paris, 1900 (Foto via Paleofuture)

Eine Zukunft ohne Auto, mit dem Fussgänger als Hauptverkehrsteilnehmer, ist das denkbar? Ein Traum, der die Fortbewegungstheorien seit jeher dominiert: Gehen ist die Zukunft. Eine mögliche Lösung an der Schnittstelle zwischen Science-Fiction und Forschung ist der Fahrsteig (Patent in 1888). Auf diesen kann der Fussgänger ständig zugreifen um seine Geschwindigkeit zu beschleunigen und sich somit effizient durch die Stadt zu bewegen.

Im Science- Fiction- Genre ist der Fahrsteig ein häufig thematisiertes Abbild der Zukunft. In der Zeichentrick-Serie "Die Jetsons" (1962-1963) geht man (fast) nie, sondern lässt sich tragen von einem System aus Fahrsteigen. Auch Isaac Asimov’s Welt ist verbunden über sich ständig in Bewegung befindende Fahrsteige. Auf diesen kommt es in "Die Stahlhöhlen" aus den Roboter-Romanen zu einer populären Verfolgungsjagd unter Jugendlichen. Asimov wandelt so eine für das Fortbewegungsmittel Auto typische Aktivität in Film und Literatur auf den Fussgänger und die Fahrsteige um.

Schon Ende des 19.JH zeigten Weltausstellungen Prototypen und Zukunftsvisionen von Fahrsteigen, wie 1893 in Chicago und 1900 in Paris. 1903 wurden Fahrsteige als Ersatz für die New Yorker Metro vorgeschlagen. Ein Konzept, das 2015 von dem britischen Architekturbüro NBBJ aufgenommen wurde für die Londoner Metro. Die Fahrsteige in den Bahntunneln bieten den Vorteil, dass durch die ständige Bewegung keine Wartezeiten entstehen. So können die Tunnel ständig und ziemlich gleichmässig mit Menschen gefüllt werden und nicht nur ab und zu dicht gedrängt in einem Zug.

In der Forschung sind Fahrsteige nach wie vor ein aktuelles Thema. Zwei Forschungsrichtungen sind vorherrschend: Bei der ersten handelt es sich um einspurige Laufbänder, die sich an den Haltestellen an die Fussgängergeschwindigkeit anpassen und zwischen diesen beschleunigen. Ausserdem gibt es Systeme aus mehreren, parallel laufenden Laufbändern. Diese haben verschiedene Geschwindigkeiten, wobei die mittlere die schnellste ist.

Es gibt bereits ausgeführte Beispiele von beschleunigten Fahrsteigen, wie der "TurboTrack" im Flughafen von Toronto oder ein vergleichbarer in der Metro-Station Paris, Montparnasse. In Hong Kong verbindet der "Central Mid-Levels Escalator" über ein System aus Rolltreppen und Fahrsteigen einen öffentlichen Raum für Fussgänger über 800m Länge und 135 Höhenmeter.

Was für Auswirkungen hat ein funktionierendes Fahrsteigsystem auf die Stadt? Wichtig für einen lebens- werten Stadtraum bleibt eine hohe Dichte, an Menschen aber auch an Infrastruktur. Leben und Arbeiten kann so in einem engen Umkreis stattfinden und weniger und kürzere Wege werden pro Person zurückgelegt. Öffentlicher Raum ist Treffpunkt und Lebensraum. Zu diesem gehört die Strasse, die als Verbindung agiert mit visuellen Anreizen für den Fussgänger. Kommt es durch ein Fahrsteigsystem zu einer Erleichterung des Fussverkehrs, wie es in Hong Kong auf Grund des hohen Niveaugefälles der Fall ist, umso besser. Von einem direkten Abbild des Lebensraums der Jetsons ist allerdings abzuraten. In diesem Fall ist der Fahrsteig nicht mehr als eine Autobahn oder eine Zugverbindung: Sie ist reine Verbindung und schafft keinen Lebensraum.

Das Zukunftsbild des Fussgängers bleibt offen: Handelt es sich um "The Pedestrian", den einsamen und letzten Fussgänger, nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Ray Bradbury (1951)? Er bewegt sich in einer von Technik dominierten Stadt fort, die längst nicht mehr für das Laufen gedacht ist und in der das Spazieren-gehen als ein krimineller Akt angesehen wird. Oder findet der Fussgänger von morgen zu dem vielleicht etwas romantischen Bild des intellektuellen "Flaneurs" zurück? Dieser verkörpert einen Lifestyle, der durch das ziellose spazieren-gehen oder umher-schlendern im urbanen Raum geprägt ist.

Posted by Antonin Danalet at 13:12
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New job at Federal Office for Spatial Development

I'm starting a new job as Scientific Collaborator Mobility and Transport at the Swiss Federal Office for Spatial Development (ARE), which is part of the Swiss Federal Department of the Environment, Transport, Energy and Communications (DETEC).

My main tasks there are:

  • the project management for the development of the content of the microcensus mobility and transport,
  • the design, execution and analysis of surveys,
  • the development of the Swiss national transport models for passengers and goods, and
  • the join-management of the secretariat for transport modeling at the Swiss Federal Department of Environment, Transport, Energy and Communications (DETEC).
Posted by Antonin Danalet at 18:06
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Perceived flexibility of car makes you pay more to save time

The Optima project is not dead! This project took place between 2009 and 2012 and involved 3 labs (CEAT, LASUR, TRANSP-OR). PostBus, a Swiss bus company, wanted to understand mode choice in rural and suburban areas. In particular, a revealed preference survey was conducted in 2009/10. More details:

A new paper using this dataset has been published:

Correcting for endogeneity due to omitted attitudes: Empirical assessment of a modified MIS method using RP mode choice data
In this paper we extend the Multiple Indicator Solution (MIS) so that it can also be used to account for endogeneity when there are interactions between observed and unobserved factors in the specification of the utility function. We develop the theoretical derivation and illustrate it with a revealed preference case study of mode choice. Policy indicators such as time elasticity and value of time are discussed. The results are compared with a logit model and with an Integrated Choice and Latent Variable (ICLV) model. Results show that endogeneity is present in the case study and that the proposed variation of the MIS method is practical and able to account for it. Our proposed method can be seen as a starting point for the practical detection and treatment of this type of endogeneity without the drawbacks of multifold integration.

An information we get from this survey si how flexible car is perceived. Respondents are asked how much they agree with the sentence "With my car I go whenever and wherever". This paper shows that these three people:

  • Alice
    • monthly income: 5000 CHF
    • thinks that car is very flexible
  • Bob
    • monthly income: 7000 CHF
    • thinks that car is somehow flexible
  • Carol
    • monthly income: 9000 CHF
    • thinks that car is not particulary flexible, but doesn't disagree (neutral)

all have the same value of time, i.e., they would all be ready to pay the same amount of money, say 8 francs, to save 10 minutes of their time spent traveling.

It means that thinking car is more flexible (on a scale with 5 possibilities, totally agree, partially agree, neutral, partially disagree, totally disagree) is equivalent to 2000 CHF more in monthly income when it comes to how much you are willing to pay to save time.

From a different point of view, if you - with your given income - think that car is more flexible, you will be ready to pay more to save time.

For the methodology and detailed results, check the paper.

Posted by Antonin Danalet at 16:57
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My PhD thesis in ebook (mobi) version

A new .mobi file has been uploaded on the Infoscience record of my PhD thesis. It allows reading my thesis on a Kindle or any e-reader.

Direct link to the ebook (mobi) version of my thesis.


Technical details

  • The document has been generated from the original LaTeX sources using first htlatex (procuding html files) and then Calibre (producing a mobi file).
  • My CV is not available in the ebook format. Please check the very last pages of the PDF version. (The CV at the end is a requirement of EPFL PhD thesis.)
  • The EPFL LaTeX template and the titlepage format have been almost completely deleted, since they are not compatible with the ebook format. Only the text of the titlepage, with the names of the members of the thesis jury, remains.
  • Some tables have been kept as tables (the small ones), while others are now images/printscreens from the PDF (in particulars large table).
  • tikz pictures are not compatible with htlatex. They have been compiled externally (\documentclass{standalone}) and included as png pictures.
  • After using htlatex and before using Calibre, I manually added three pagebreaks in the html files between the title, the list of jury members and the dedication using <p style="page-break-after:always;"></p>.
Posted by Antonin Danalet at 9:39
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Downloads on Infoscience and Mendeley

Infoscience

Here are my 10 most downloaded fulltexts on Infoscience, EPFL institutional archive. I don't show the number of downloads, since they are not reliable, but the rank still shows which of the available PDF documents are attracting visitors.

Publication Rank

A. Danalet, M. Bierlaire and M. Sorci (Dirs.). Modèles de choix discrets pour la reconnaissance des expressions faciales statiques. 2007.

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1

M. Bierlaire, A. Curchod, A. Danalet, E. Doyen and P. Faure et al. Projet de recherche sur la mobilité combinée, Rapport définitif de l'enquête de préférences révélées, 2011.

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2

A. Danalet, M. Bierlaire (Dir.). Activity choice modeling for pedestrian facilities. Thèse EPFL, n° 6806 (2015)

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3

M. Schuler, P. Faure, S. Munafò, A. Danalet and P. Dessemontet. Amélioration de la qualité de service et évolution de la fréquentation de CarPostal, 2012.

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4

A. Danalet, B. Farooq and M. Bierlaire. A Bayesian Approach to Detect Pedestrian Destination-Sequences from WiFi Signatures, in Transportation Research Part C: Emerging Technologies, vol. 44, p. 146 - 170, 2014.

Detailed recordFulltext
5

A. Danalet and S. Sahaleh. Projet de recherche sur la mobilité combinée : Rapport de l'enquête de préférences déclarées, 2012.

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6

S. Sahaleh, M. Bierlaire, B. Farooq, A. Danalet and F. Hänseler. Scenario Analysis of Pedestrian Flow in Public Spaces. 12th Swiss Transport Research Conference, Monte Verità, Ascona, Switzerland, May 2-4.

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7

A. Danalet. Optima: When flexible transport is able to meet a dispersed demand through the whole territory. ENAC Research Day 2011, EPFL, June 8, 2011.

Detailed recordFulltext
8

M. Schuler, P. Faure, S. Munafò, A. Danalet and P. Dessemontet. Projektstudie über den kombinierten Verkehr : Verbesserung der Dienstleistungsqualität und Entwicklung der Fahrgastzahlen bei PostAuto, 2012.

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9

A. Danalet and P. Faure. Optima: When flexible transport is able to meet a dispersed demand throughout the whole territory. Marché de la recherche regiosuisse & Colloque sur le développement régional 2011, EPFL, September 1, 2011.

Detailed recordFulltext
10

The ranking is similar to the one I posted in 2015, with two notable exceptions:

  • since my 2015 post, my thesis is now online and moved up to rank 3;
  • our article in Transportation Research Part C, that has a postprint available on Infoscience, moved from rank 9 to rank 5.

Note that the two articles I published this year are not available as fulltexts on Infoscience. One will never be, and the other one, in Journal of Choice Modelling, could possibly be added in 2019.

Mendeley

Elsevier recently stopped its service "Top25...". They now offer author stats through Mendeley. It also shows the number of downloads, quite similarly to Infoscience.

Publications Citations Readers Views

Danalet, A., Farooq, B., & Bierlaire, M. (2014). A Bayesian approach to detect pedestrian destination-sequences from WiFi signatures. Transportation Research Part C: Emerging Technologies, 44, 146–170. doi:10.1016/j.trc.2014.03.015

9 41 1798

Danalet, A., Tinguely, L., de Lapparent, M., & Bierlaire, M. (2016). Location choice with longitudinal WiFi data. Journal of Choice Modelling, 18(March), 1–17. doi:10.1016/j.jocm.2016.04.003

0 12 416

Holzer, A., Cardia, I. V., Bendahan, S., Berne, A., Bragazza, L., Danalet, A., … Tormey, R. (2016). Increasing the perspectives of engineering undergraduates on societal issues through an interdisciplinary program. International Journal of Engineering Education, 32(2), 614–624.

0 2 N/A

The citation count comes from Scopus, the number of readers is defined as the number of instances of the publication in Mendeley libraries, i.e., the number of Mendeley users who added the publication in their Mendeley library, and the number of views is defined as the number of downloads on ScienceDirect.

Posted by Antonin Danalet at 16:13
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Audioslides on YouTube

Audioslides are embedded on ScienceDirect. The authors also receive an mp4 video file. I posted it on YouTube, so maybe it's easier to share, e.g., on Twitter.

Note that from today our article is behind the paywall, but not the audioslides.

Reference:

Danalet, A., Tinguely, L., de Lapparent, M., and Bierlaire, M. (2016). Location choice with longitudinal WiFi data, Journal of Choice Modelling 18:1-17. doi:10.1016/j.jocm.2016.04.003

Posted by Antonin Danalet at 15:18
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Audioslides: Location choice with longitudinal WiFi data

Here are the audioslides of our latest article in the Journal of Choice Modelling, Location choice with longitudinal WiFi data (free link to the article for 3 more day, till June 23).

Reference:

Danalet, A., Tinguely, L., de Lapparent, M., and Bierlaire, M. (2016). Location choice with longitudinal WiFi data, Journal of Choice Modelling 18:1-17. doi:10.1016/j.jocm.2016.04.003

Posted by Antonin Danalet at 11:26
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Atlas#1 au Salon des éditions indépendantes

Le collectif Anie Gold sera présent au 9e Salon des éditions indépendantes.

Ils y présenteront entre autres Atlas#1, "une publication dont le contenu s’affranchit de la notion de page au sens habituel du terme, et se tourne de préférence vers celle de planche".

J'y présente une planche, dont voici un extrait :

Extrait de la planche pour le projet Atlas

Lieu : Théâtre 2.21, rue de l’industrie 10 à Lausanne
Date : samedi 10 et dimanche 11 juin

Posted by Antonin Danalet at 20:38
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Data and code published in the Journal of Choice Modelling

It took a bit of time, but our article "Location choice with longitudinal WiFi data" is now online with the data, model specifications files and results as Supplementary Material.

Please cite our article if you reuse our data or the models.

You can read our article by following doi:10.1016/j.jocm.2016.04.003 if you have access to this journal, or follow this link for direct, free access until June 23, 2016.

Posted by Antonin Danalet at 17:05
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24h in the life of EPFL WiFi network

https://blogs.epfl.ch/antonin.danalet/documents/wifi_EPFL.gif

Posted by Antonin Danalet at 17:39
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