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Nachhaltige Gesellschaft

Luftangriff auf Munitionslager in Sana'a, Jemen

Saudiarabien bombardierte am Stadtrand von Jemen's Hauptstadt Sana'a mehrfach militärische Anlagen. Am 11. Mai 2015 wurden über Sana'a erneut Luftangriffe auf Ziele am Stadtrand geflogen. Ein Munitionslager wurde getroffen und brannte aus. Ein weiterer Angriff galt einem Bunker, welcher laut Medienberichten eine Scud-Raketenfabrik und/oder ein Munitionslager beherbergte.

Aufgrund der ausserordentlich heftigen Detonation sowie des ungewöhnlichen Feuerballs wurde spekuliert, ob eine taktische Atombombe zum Einsatz kam. Taktische Atombomben sind für den Einsatz im Gefecht gebaut und entwickeln eine Sprengkraft von etwa 0.3kt bis etwa 100kt TNT. Eine 0.3kt Detonation könnte man einerseits durch gleichzeitge Zündung von 300t TNT simulieren. Andererseits entspricht 100kt Sprengkraft schon sieben Hiroshima-Bomben - mehr als genug um eine Millionenstadt wie London einzuäschern.

Youtube fördert etliche Augenzeugenvideos zu Tage, von denen ich die folgenden Zwei auswerte:

  1. Israeli / Saudi Arabia Tactical Nuclear Strike on Yemen
  2. Confirmed - Israeli - Saudi Arabia Tactical Nuclear Strike on Yemen

Aus diesen Videos habe ich mir eine Reihe von Einzelbildern bereitgelegt. Da das Blog keine Skripte zulässt, sind die Einzelbilder besser auf einer eigenen Seite durchzusehen.

Stimmen die Spekulationen bezüglich eines Atombombeneinsatzes?

Um diese Frage zu beantworten, untersuche ich nachfolgend den räumlichen und zeitlichen Verlauf der Detonation, denn die Ausdehnung des Feuerballs zeigt ungefähr an, wieviel Energie freigesetzt wurde, und die Heftigkeit der Schockwelle (Schalldruck + Wind) geben Hinweise auf den zeitlichen Verlauf der Hauptdetonation. Je schneller diese abläuft, desto heftiger fällt bei gleicher Energie die Schockwelle aus.

Voll entwickelter Rauchpilz mit stark nachleuchtendem Stamm.

Das erste Video bietet sich zum Einstieg an, da es über den ganzen Zeitraum des Angriffs eine gute Dokumentation des Ablaufs der Ereignisse liefert. Basierend auf diesem Video machte ich mir zu den wichtigsten Ereignissen Notizen:

Zeit   Beobachtung Anmerkungen
0:10 Roter Lichtschein Einschlag einer Luft-zu-Boden-Rakete?
0:11 Gelber Feuerball  
0:13 Feuerball erlischt  
0:16 Weisser Feuerball Detonation der Fabrik / Munition?
0:17 3-4x breiter; 5-7x höher  
0:23 Maximale Helligkeit erreicht  
0:24 Maximale Ausdehnung
Erste Sekundärdetonationen
 
0:25 Hunderte Sekundärdetonationen in Randzone    
0:26 Eintreffen Schall Detonation Einschlag der Rakete?
0:28 Letzte Sekundärdetonationen
Eintreffen Schall Detonation
Detonation der Rakete?
0:29 Eintreffen der Hauptschallwelle Etwa 13s seit Hauptdetonation: 4.3km Distanz
0:30 Entstehung dunkler Rauchpilz Während 14s kaum dunkle Rauchentwicklung!
0:33 Festkörper erreichen maximale Flughöhe  
0:34 Geschlossener Rauchpilz  
0:35 Nachleuchtender Stamm  
0:38 Eintreffen der Hauptdruckwelle Etwa 22s seit Hauptdetonation: 700km/h
0:51 Ende des Nachleuchtens  
0:59 Voll entwickelter Rauchpilz  
  • Lange anhaltender rötlicher Lichtschein um die Detonationsfeuerbälle; jedoch gelb-oranger Saum um das durchgehend weiss brennende Objekt.
  • Der Stamm ist gebogen mit Ausnahme einer rosa "Lanze", welche aus dem Rauchpilz zu regnen/rieseln scheint.
  • Die hochgeschleuderte Munition(?) zündet erst 9-12s nach der Hauptdetonation.
    • Munition aus dem Depot muss auf mindestens 200m Höhe geschleudert werden, um nach 12s knapp über dem Boden zu detonieren.
    • Um nach 12s in relativer Ruhe zu detonieren, muss die Höhe mindestens 700m betragen.
    • Um nach 12s in steigender Bahn zu detonieren, muss die Flughöhe über 750m betragen.
  • Der weisse Kern des Feuerballs hat folglich einen Durchmesser von etwa 300m.
  • Die gelbe Randzone des Feuerballs hat einen Durchmesser von etwa 500m.

Aufgrund der zeitlichen Entwicklung schliesse ich eine konventionelle Atombombe aus, da diese ihre Energie viel schneller freisetzen würde. Allerdings ist der Ablauf für eine Munitionsdetonation auch sehr ungewöhnlich. Die lange Dauer des Feuerballs ist ein Indiz für hochenergetische Prozesse, welche während mehr als 15s Unmengen an Energie freisetzten.

Sehen wir hier den Einsatz eines neuartigen thermitischen Bunkerbrechers?
Oder stammt der ausdauernde Feuerball von brennendem Raketentreibstoff?

Zum Vergleich schaute ich mir ein paar Detonationen und Explosionen an:

  1. 50t TNT Wirkungstest: Rauch entwickelt sich binnen weniger Sekunden nach der Detonation (das Video scheint mir verlangsamt zu sein).
  2. 100t TNT Testsprengung: Rauch entwickelt sich schon eine Sekunde nach der Detonation und ist nach 5-6s voll ausgeprägt.
  3. 500t TNT Wirkungstest: Die Detonation reisst eine grosse Menge Erdreich mit sich, so dass der Feuerball horizontal nur kurz zu sehen ist. Von oben betrachtet vergehen etwa 5s, bis der Feuerball sich in Rauch hüllt.
  4. Explosion einer Gastankstelle (17:18): Der Feuerball sieht ziemlich ähnlich aus. Erdgas hinterlässt aber wesentlich weniger Russ. Der Rauchpilz ist ausgesprochen kurzlebig.
  5. Explosionen bei Raketenunfällen: Raketen zerplatzen vergleichsweise langsam, da ihr Treibstoff erst mit dem Oxidator gemischt werden muss, um zu verbrennen.

Anhand der Vergleichsvideos schätze ich die in Sana'a freigesetzte Energiemenge auf 200-300t TNT. Das wäre also am untersten Ende einer taktischen Atombombe anzusiedeln. Im Gegensatz zu einer konventionellen Bombe wird diese Energie langsamer freigesetzt. Bei den drei TNT-Detonationen ist eine ausgeprägte Schockwelle zu sehen, welche in Sana'a so nicht zu beobachten war. Es beginnt mit einer relativ kleinen aber hellen Detonation, geht in eine sehr helle Explosion über und endet als schnelle Verbrennung.

Nach der Detonation flogen noch lange Zeit Scud-Raketen in alle Richtungen davon. Das Munitionslager konnte also nicht vollständig zerstört worden sein, sonst wären die Raketen in der Hauptdetonation vernichtet worden. Das passt auch nicht so richtig ins Schema.

Konnten wir einen Test einer neuartigen Waffe beobachten?

Vielleicht, aber schauen wir doch erstmal, wo die Augenzeugen standen und wo genau die Detonation sich ereignete. Anhand dieser Information wäre die Grösse des Feuerballs genauer bestimmbar.

Im ersten Video ist im Hintergrund eine Bergkette zu sehen. Ich schaute mir die Karte von Sana'a und Umgebung an und stellte fest, dass aus dem Stadtzentrum nur der Bergkamm nordöstlich in Frage kommt. Die Vogelperspektive aus ein paar hundert Meter über der Stadt sieht schon mal wie gewünscht aus. Als nächstes versuchte ich, einzelne markante Punkte auf der Karte zu finden. Gleich zu Beginn des Videos sticht ein auffälliges Gebäude A mit Türmchen auf dem Flachdach in Auge.

Ein rötlicher Schein am Horizont zeigt einen Raketentreffer an.

Dieses Gebäude konnte ich auf Satellitenbildern auf der Koordinate 15°20'02.8"N 44°12'52.4"E ausmachen. Der Brand ist höchstwahrscheinlich in der Nähe von Anlagen ausserhalb der Stadt zu finden. Ein heisser Kandidat ist das Regierungsgelände B auf 15°20'25.2"N 44°13'52.4"E. Der Ort der analysierten Detonation ist hinter einer Erhebung versteckt. Das könnte für das Regierungsgelände C auf 15°21'12.5"N 44°14'29.0"E zutreffen. Der 1. Augenzeuge konnte über das Gebäude A den Bergkamm etwas südlich einer Erhebung sehen. Andererseits war seine Sicht auf C von einem Hügel kurz vor C behindert. Diese Merkmale treffen im Bereich der Kreuzung A1 mit Ring Rd zu.

Hunderte kleine Explosionen rund um den Feuerball.

Um die Position des Zeugen weiter einzupeilen, suchte ich nach weiteren Gebäuden und wurde mit dem Mövenpick-Hotel D auf 15°21'42.9"N+44°13'55.7"E fündig. Die relativen Sichtwinkel zwischen A, B, C und D sowie der geschätzten Distanz von etwa 4.3km zum Detonationsort C lokalisieren den 1. Augenzeugen zufriedenstellend genau bei ungefähr 15°20'06.9"N 44°12'19.4"E.

Umgebungskarte

Im zweiten Video findet sich erst gegen Ende eine gute Übersicht der Szenerie. Im folgenden Bild fällt links das Hotel D auf und etwas rechts haltend ein grosses Gebäude E. Das Gebäude ist in gerader Linie über einen freien Platz mit Bäumen und zwei niedrigen und flachen Hallen sichtbar. Der 2. Augenzeuge befand sich am Rande des Platzes auf einem Gebäude ungefähr 2.0km vom Detonationsort C entfernt.

Frontalansicht des voll entwickelten Rauchpilzes.

Eine Suche auf der Karte nach passenden Orten führt zur Position 15°21'42.0"N 44°13'26.5"E. Das Gebäude E ist mit grosser Wahrscheinlichkeit das mehrstöckige Wohngebäude auf 15°21'34.7"N 44°13'36.4"E. Eine Prüfung der Sichtwinkel zwischen C, D und E sowie der Distanz zu C fällt sehr zufriedenstellend aus. Die Szenerie im Hintergrund etwas südlich von C passt ebenfalls mit der Karte und Satellitenphotos überein.

Detonation der Rakete nach dem Einschlag.

Aus den jetzt bekannten Positionen lässt sich anhand der Bilder die Grösse der Feuerbälle recht genau ausmessen. Obiges Bild zeigt ein grösseres Wohngebäude im Vordergrund, welches sich auf der Karte in einer Distanz von etwa 700m vom 2. Augenzeugen befindet. Die Detonation der Bombe im Hintergrund produzierte somit einen 60m durchmessenden Feuerball. Das ist heftig aber mit konventionellen oder thermobarischen Waffen mittlerweile Standard. Schauen wir uns die Hauptdetonation an:

Schockwelle der Hauptdetonation.

Der Feuerball erreicht etwa 280m Durchmesser. Das Bild ist nur kurz überbelichtet, dann zeigt sich der Feuerball in voller Grösse mit rund 500m Durchmesser. Da fiel meine erste Schätzung sogar erfreulich genau aus. Im ersten Video kann man jetzt auch die Grösse der Rauchsäule und des -pilzes genauer einschätzen. Der Pilz wächst binnen weniger als 60s zu einer stattlichen Höhe von etwa 1.5km heran.

Voll ausgebildeter Rauchpilz von etwa 1.5km Höhe.

Schlussbemerkungen

Die Detonation / Explosion in Sana'a war sehr energiereich aber vergleichsweise langsam. Ich bleibe bei meiner ersten Einschätzung von 200-300t TNT Energie. Auffällig und nicht wirklich beantwortet ist die Frage, welche Waffen in welcher Menge und mit welcher Energie dazu beitrugen.

Dieser Angriff war vermutlich auch eine Machtdemonstration von und für Personen, welche sich vor ihrem eigenen Schatten fürchten. (Der Furchtlose braucht sich nicht zu beweisen.)

Posted by Marcel Leutenegger at 16:28
Westliche Befindlichkeiten

Die Situation im sogenannten freien Westen übertrifft jede Satire, wenn sie uns denn wirklich bewusst wäre. Folgende Kurzfilmchen von Papá Verdad sind trotz allem Ernst herzerfrischend lustig. Die Untertitel geben die Sprecher nicht im Wortlaut wieder - gerade deswegen ist diese Satire so gut.

  1. MH17, Ukraine und USA
  2. Souveränität Deutschlands
  3. Freihandelsabkommen TTIP
  4. Deutsche Probleme
  5. Die Maut-Lüge

Viel Vergnügen!

Posted by Marcel Leutenegger at 10:02
Entwicklung Schilddrüsenkrebs in der Präfektur Fukushima

Dieser Beitrag ergänzt meine Einschätzung der Folgen der Reaktorhavarie in Tschernobyl im April 1986 sowie der Reaktorhavarien in Fukushima Daiichi im März 2011.

Tsuda Toshihide, Yamamoto Eiji und Suzuki Etsuji hielten 2013 einen Vortrag zu Schildrüsenkrebs bei Unter-19-Jährigen in Fukushima ("Thyroid Cancer under 19 years old in Fukushima, Japan", Environmental Health Perspectives, 2013) und zeigten auf, dass die Erkrankungsrate an Schilddrüsenkrebs mit der Distanz zu den havarierten Kernkraftwerken abnimmt. Im Vergleich zum langjährigen japanischen Mittelwert von jährlich 5 Erkrankungen pro Million Jugendlicher fanden die Autoren eine 26-fache Erkrankungsrate im Umkreis von 50km der Reaktoren. In einer Entfernung von 50km bis 80km fanden sie eine Erhöhung auf das 19-fache. Die Autoren schlossen einen rein diagnostischen Effekt durch die systematische Untersuchung aller Jugendlichen aus.

Der aktuelle Stand der Schilddrüsenkrebsfälle bei Jugendlichen in Fukushima ist auf Fukushima Voice (englisch) zusammengefasst. Kinder und Jugendliche, welche zum Zeitpunkt der Havarie jünger als 18 Jahre alt waren und in der Präfektur Fukushima lebten, werden bis zu ihrem 20. Altersjahr alle zwei Jahre auf Schilddrüsenkrebs untersucht, danach alle fünf Jahre. Die ersten Untersuchungen sind grösstenteils abgeschlossen. Es wurden etwa 380'000 Kinder und Jugendliche untersucht. In 103 Fällen wurde Schilddrüsenkrebs festgestellt und operativ entfernt. In weiteren 23 Fällen besteht zur Zeit der starke Verdacht auf Schilddrüsenkrebs. Derlei Verdachtsfälle bestätigten sich zuvor zu 99%. Bis Ende März 2015 wurden somit 126 Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Das entspricht einer Erkrankungsrate von jährlich 84 pro Million Kinder seit April 2011. Da 2011 keine Fälle auftraten und 2012 nur wenige, beträgt die jährliche Krebsrate jetzt etwa 150 pro Million Kinder. Jugendliche in der Präfektur Fukushima erkrankten 2013 und 2014 rund 30× so häufig an Schilddrüsenkrebs wie vor 2011.

Gegen diese Zahlen wird öfter eingewendet, dass sie auf die systematische Untersuchung zurückzuführen seien. Wenn dem so ist, müsste sich statistisch zeigen lassen, dass die Untersuchungen Schilddrüsenkrebs einfach nur viel früher entdecken - also lange bevor der Krebs die Jugendlichen wegen Beschwerden zum Arzt treibt. Deshalb habe ich aus der Schweizer Krebsstatistik die Zahlen zu Schilddrüsenkrebs beigelegt. Die statistischen Daten zu Krebs und Bevölkerung habe ich wie früher beschrieben vom Bundesamt für Statistik übernommen und ausgewertet.

  • Die Erkrankungsrate der unter 40-Jährigen steigt insgesamt jährlich um 6-7% im Vergleich zu 1983-1987. In der Fünfjahresperiode 2006 bis 2010 erkrankten 2.6× soviele Jugendliche und junge Erwachsene an Schilddrüsenkrebs wie 1983-1987.
  • Wer 1983-1987 jünger als 20 Jahre alt war, erkrankte 1988-1992 31% öfter an Schilddrüsenkrebs als die damalige Verleichsgruppe. 1993-1997 waren es 56% mehr, 1998-2002 108% mehr und 2003-2007 wurde 139% öfter Schilddrüsenkrebs diagnostiziert als in den gleichen Altersgruppen 1983-1987.
  • Kinder unter zehn Jahren erkranken sehr selten an Schilddrüsenkrebs. Mit zunehmendem Alter steigen die Erkrankungsraten stark an, was auf eine mehrjährige Latenz zwischen Krebsentstehung und Diagnose hinweist.

Da auch die beste Frühdiagnose kleinste Krebszentren kaum erkennt, kann eine Vorsorgeuntersuchung den Zeitpunkt der Krebsentdeckung allenfalls um fünf bis zehn Jahre vorverlegen. Würden beispielsweise alle Schilddrüsenkrebse der 10- bis 29-Jährigen zehn Jahre früher entdeckt, so würde bei den 0- bis 19-Jährigen eine signifikant höhere Erkrankungsrate beobachtet.

Es stellt sich also die Frage, um wieviele Jahre früher Schilddrüsenkrebs diagnostiziert werden müsste, um den beobachteten Anstieg der Erkrankungen vollständig der früheren Diagnose zuordnen zu können.

Entwicklung der Erkrankungsraten an Schilddrüsenkrebs in der Schweiz (Ausschnitt).

In obiger Tabelle ist die Erkrankungsrate der 15- bis 19-Jährigen aus der Fünfjahresperiode 1983-1987 grau markiert. Folgt man diesen Jugendlichen über die Jahre (rötlich markierte Zellen), so ergibt sich für die Zeitdauer von 1983 bis 2007 eine Gesamtrate von 1'045 Neuerkrankungen pro Million. Das heisst dass bei einem von tausend Jugendlichen zwischen ihrem 15. und 40. Altersjahr Schilddrüsenkrebs entdeckt wurde. Dies ist die beobachtete Inzidenzrate 1983 bis 2007.

Wären die Inzidenzraten über die Zeit konstant geblieben, also so wie sie 1983-1987 waren, so wäre bei den Jugendlichen deutlich weniger Krebs festgestellt worden. Die Inzidenzrate basierend auf 1983-1987 wäre nur 517 pro Million, also etwa die Hälfte der beobachteten Rate. Würde der Schilddrüsenkrebs jedoch durchschnittlich fünf oder zehn Jahre früher entdeckt, so würde Krebs bei 825 respektive 1'042 pro Million gefunden. Dieses Beispiel zeigt, dass eine um zehn Jahre frühere Diagnose die Verdoppelung der beobachteten Inzidenzrate relativ zu 1983-1987 erklären könnte.

Für die Altersklassen der 5- bis 29-Jährigen von 1983-1987 müsste der Schilddrüsenkrebs durchschnittlich etwa zehn Jahre früher diagnostiziert werden. Die 30- bis 44-Jährigen von 1983-1987 müssten ihre Diagnose rund 5 Jahre früher erhalten. Bei Kindern unter 4 Jahren und Leuten ab 45 wäre Schilddrüsenkrebs etwa im selben Alter entdeckt worden wie 1983-1987. Da meines Wissens in der Schweiz nach/wegen Tschernobyl keine umfassenden Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wurden, sind die beobachteten Inzidenzraten meines Erachtens mehrheitlich auf eine effektiv höhere Zahl an Erkrankungen zurückzuführen.

Fazit | Bezüglich den Folgen von Fukushima halte ich fest, dass eine 30× höhere Erkrankungsrate an Schilddrüsenkrebs nicht durch die Früherkennung erklärt werden kann. Eine umfassende Untersuchung von Kindern und Jugendlichen führt allenfalls kurzfristig zu einer Verdoppelung oder Verdreifachung der diagnostizierten Fälle, wie sich anhand der ausführlichen Schweizer Krebsstatistik zeigen lässt. Da sich Krebs bei Kindern und Jugendlichen ziemlich schnell entwickelt, wird er in aller Regel schon nach kurzer Zeit entdeckt, was den möglichen Diagnoseeffekt verkleinert.

In der Präfektur Fukushima ist deshalb eine 10-30× höhere Erkrankungsrate an Schilddrüsenkrebs auf die in Fukushima Daiichi freigesetzte Radioaktivität zurückzuführen.

Posted by Marcel Leutenegger at 10:53
Das Generalabonnement muss doch kaputt zu kriegen sein!

In der Informatik gibt es den schönen Spruch "ändere nie ein funktionierendes System (never change a running system)", welcher in einem Satz zusammenfasst, was Generationen von Programmierern und Computerbenutzern auf die ärgerliche Tour lern(t)en. Jeder Wechsel eines Programms - und sei es nur zum Einspielen von Fehlerbehebungen - birgt immer das Risiko, dass dabei etwas schief läuft und ein Haufen Ärger ansteht, um zumindest die ursprüngliche Funktionalität wiederherzustellen.

Das Motto der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) scheint eher dem Titel zu entsprechen. Nach zwei erfolglosen Versuchen zur Einführung eines elektronischen Billets (siehe auch EasyRide die Zweite - ein Nachruf auf den öffentlichen Verkehr), welche an technischen und finanziellen Problemen und nicht zuletzt an mangelnder Akzeptanz scheiterten, steht jetzt der dritte Anlauf an. Das Generalabonnement (GA) und das Halbtaxabonnement (Halbtax) sollen ab August 2015 nur noch im Abonnement auf einer elektronischen Chipkarte namens "Swiss Pass" zu haben sein.

Rückblick

Die Mehrheit der GA-Kunden kaufte sich bisher ein Jahres-GA und ersetzte dieses bei Bedarf. Eine Minderheit entschied sich für ein Monats-GA im Abonnement mit dreimonatiger Mindestlaufzeit und automatischer Verlängerung, allerdings zu einem höheren Preis. In beiden Fällen erhielt der GA-Kunde einen schwer zu fälschenden Ausweis im Kreditkartenformat. Alle wichtigen Daten (Passphoto, Inhaber, Art, Gültigkeit usw.) sind gut lesbar eingearbeitet und in Sekundenbruchteilen zu kontrollieren. Die freie Wahl des Bezahlmodells und der GA-Nutzung scheint die SBB-Führung aber zu stören, denn dieses kundenfreundliche und bewährte System soll ersetzt werden.

Ausblick

GA und Halbtax soll es also zukünftig nur noch im Abonnement geben, welches sich ohne Kündigung automatisch verlängert. Ich kenne dieses System von der Deutschen Bahn, wo sich eine um wenige Tage verspätete Kündigung mit einem Abonnement für ein weiteres Jahr rächt. Nun soll aber die neue Abokarte die Gültigkeit gar nicht mehr anzeigen. Ohne elektronisches Lesegerät kann weder der Kunde noch ein Mitarbeiter des öffentlichen Verkehrs (ÖV) erkennen, ob das Abonnement gültig ist und für welchen Zeitraum. Die einfache Kontrolle des Nachweises eines gültigen Fahrscheins ist jedoch die Urfunktion der Abokarte. Statt diese einzige Funktion zweckmässig zu erfüllen, soll die neue Abokarte nun elektronisch auslesbar sein, um weitere Daten des Kunden zu speichern.

Konsequenzen

Die neue Abokarte ist intransparent und teuer. Ihre Einführung benötigt erhebliche Investitionen in die elektronische Aufrüstung der Mitarbeiter bei allen ÖV-Unternehmen, ohne jedoch deren Kontrollaufwand zu senken. Die notwendigerweise elektronische Kontrolle der Kunden überlässt den Transportunternehmen Bewegungsprofile der Fahrgäste. Aussagen der Transportunternehmen bezüglich Nichtauswertung dieser Daten verbuche ich als Märchen, denn in Zeiten von Big Data und Profitgier werden verfügbare Daten genutzt. Nicht zuletzt werden sich Behörden dafür interessieren, was in null-komma-nichts zu einer Speicherpflicht für derlei Daten mutiert.

Die neue Abokarte ist ein Zwischenschritt zum elektronischen Billet mit vollautomatischer Erfassung der Kundenbewegungen. Dieser Schritt soll Kunden mit der Möglichkeit versüsst werden, Zusatzfunktionen auf die Karte zu laden, um die Anzahl an Plastikkarten in der Brieftasche zu reduzieren. Um ihre Mehrfachfunktion bereitzustellen, sollte die Abokarte fälschungssicher wie eine Identitätskarte und sicher wie eine Bankkarte sein. Sie muss maximale Sicherheit bieten trotz der Notwendigkeit, jederzeit Funktionen hinzufügen und entfernen zu können. Diese Anforderungen führen zu komplizierten und deswegen fehleranfälligen Lösungen, also dem Gegenteil von sicher und günstig. Selbst Bankkarten mit nicht veränderbarer Einzelfunktion haben sich in der Vergangenheit schon als unzuverlässig herausgestellt.

Die Idee von einer Karte für alles geisterte schon während meines Studiums in den Neunzigerjahren herum. Sie hat sich nie durchgesetzt, weil sich Herausgeber und Nutzer von Kundenkarten von Dritten ungern in die Karten gucken lassen. Aufgedruckte Daten auf den Kundenkarten sind so nützlich, dass deren Fehlen ein entscheidender Nachteil ist. Ausserdem üben Karten für alles geradezu magische Anziehungskräfte auf Kriminelle aus. Ich sehe sie schon vor mir, korrekt gekleidete Scheinkontrolleure, welche gemütlich einen Bahnwagen voller Passagiere um die Inhalte ihrer Abokarten betrügen, während die echten Kontrolleure sich zwei Wagen weiter mit einem Fahrgast ohne gültigem Fahrschein abmühen. Wahrlich ein Schelm, wer Böses denkt.

Fazit | Seldwyla lässt grüssen.


Nachtrag | Die rote Farbe und der Name der Abokarte spielen auf den Schweizer Pass an.

Der Name "Swiss Pass ist natürlich englisch. Wo kämen wir mit unseren vier Landessprachen auch hin?

In den USA ist es seit langem üblich, den Führerschein anstelle eines Passes zu verwenden. Sollen wir auf solche Unsitten eingestellt werden, um die Schweiz in 20-30 Jahren geräuschlos aufzulösen und restlos ins Imperium zu integrieren?

Posted by Marcel Leutenegger at 8:26
Teile und herrsche!

Die heutige Situation ist in der Geschichte vielleicht einmalig, da es durch das Internet möglich ist, sich eigenständig über verschiedenste Themen zu informieren. Besonders Augen öffnend ist diese Transparenz im Bereich der Geopolitik. Die eigenständige Information zur Herausbildung einer auf Tatsachen fussenden Meinung ist möglich und dringend notwendig, um den dritten Weltkrieg und die totale Verwüstung der Erde zu beenden. Das bedeutet Arbeit und Aufwand, aber es gibt meiner Ansicht nach keine lohnendere Investion, um den Frieden in Eurasien wieder herzustellen.

Ein Lichtblick im Propagandasturm ist zum Beispiel das Gespräch von KenFM mit Willy Wimmer, Albrecht Müller und Daniele Ganser über die Geopolitik der USA. Die grösste Angst der USA (und Grossbritanniens) ist seit jeher, dass Deutschland und Russland einen gemeinsamen eurasischen Wirtschafts- und Sicherheitsraum aufbauen, gegen den die USA nicht anstinken könnten. Deshalb werden regelmässig Keile zwischen Europa und Russland getrieben. Das Prinzip "teile und herrsche" wurde nahtlos von Grossbritannien übernommen und seit mehr als hundert Jahren systematisch ausgeführt. Mit bislang zwei Weltkriegen und einem jahrzehntelangen kalten Krieg leider sehr erfolgreich. Mit dem Krieg in der Ukraine bislang immer noch erfolgreich.

Das Pulverfass ist randvoll, die kurze Lunte brennt.

Im Unterschied zu früher ist es offensichtlich für jeden, der Augen und Ohren offen hält.

Posted by Marcel Leutenegger at 21:01
Krieg um die Ressourcen der Ukraine und Russland

Eigentlich würde ich Ihnen gerne Positives berichten. Allerdings scheint uns, und mit uns meine ich die Menschheit insgesamt, die Zeit davonzulaufen. Es gibt eine gut organisierte Gruppe von durchgeknallten Idioten in mächtigen Positionen, welche allen Ernstes in Erwägung ziehen, den totalen Vernichtungskrieg in die Tat umzusetzen. Und wie bei solchen Kreuzzügen üblich, schreiben sich die Massenmedien um den letzten Rest von Verstand, indem sie Kriegspropaganda und Falschinformation in Millionen Köpfe hämmern. Damit es an der Heimatfront ruhig bleibt, während Volkszertreter eben jener Länder ihrem Mordwerk nachgehen.

Eine Warnung vorab: wer diesen Links folgt, wählt die rote Pille.

Zum Krieg in der Ukraine wurde eigentlich schon alles berichtet. Wie Sie vermutlich wissen, lese und kommentiere ich auf Telepolis (etwa diese Diskussionen zum Thema).

Hintergrund

Dokumentationen

MH-17 Abschuss

Allgemeines

Posted by Marcel Leutenegger at 22:30
Vorgeschichte der Menschheit

Was wäre wenn es vor der überlieferten Geschichte der Menschheit, welche etwa 7000 Jahre zurückreicht, eine ältere und weiter entwickelte Gesellschaft gab?

Ich habe mir hierzu schon ein paar Mal Gedanken gemacht. Würden wir heute aussterben, nur unser nukleares Erbe würde sich in 1000 Jahren noch sicher nachweisen lassen. Andere Hinterlassenschaften würden binnen weniger Jahrzehnte bis Jahrhunderte in sich zusammenfallen und verrosten. Solider Stein ist da wesentlich robuster und kann tausende Jahre überdauern, wie etwa die ägyptischen Pyramiden zeigen.

In diesem Vortrag über alte Zivilisationen geht Brien Foerster der Frage nach, was vor der uns bekannten Geschichte der Menschheit geschah. Er zeigt viele Beispiele von ausserordentlich präzisen Steinkonstruktionen unterhalb der Bauten der Inka und auch unterhalb der ägyptischen Pyramiden, welche mit den damaligen Werkzeugen nicht herzustellen waren. Es wäre gut möglich, dass einer alten Zivilisation hochentwickelte Techniken ähnlich der unseren zur Verfügung standen.

Fazit | Angucken und staunen!

Posted by Marcel Leutenegger at 19:50
Gesundheitliche Folgen von Radioaktivität

Die Medizinerin und Aktivistin Helen Caldicott erklärt in diesem sehenswerten Vortrag (englisch) die Folgen von Radioaktivität und gibt einen Überblick über die Folgen von den Reaktorkatastrophen in Fukushima Daiichi und Tschernobyl.

Ein weiterer extrem wichtiger Beitrag bezüglich den Folgen von Uranwaffen findet sich in einem Interview mit Dr. Christopher Busby (englisch), welcher als Experte für Veteranen britischer Atomwaffentests in mehreren Gerichtsverfahren aussagte.

Helen Caldicott und Christopher Busby schätzen die geopolitische Situation ebenfalls als brandgefährlich ein. Falls sich aus dem Ukrainekonflikt ein grosser Krieg entwickelt, wird die gesamte Biosphäre der Erde ein radioaktives Ende nehmen. Atombomben alleine können die Erde so stark radioaktiv verseuchen, dass die Menschheit aussterben würde. Viel schlimmer wären jedoch hunderte Kernkraftwerke, welche durch wochenlange Stromausfälle und Chaos ausser Kontrolle geraten könnten und ihr tödliches Inventar über die Kontinente verteilen würden. Dieses Armageddon würde sich zwangsläufig aus einem Krieg zwischen Industrienationen entwickeln, selbst wenn keine einzige Atombombe eingesetzt würde.

Fazit | Es beruhigt mich keineswegs, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt und fürchtet, dass unsere Regierungen zu dämlich sind, um dieses Armageddon unter allen Umständen zu verhindern. Weiterhin herrscht die äffische Logik vor, dass mit Sanktionen und Waffengewalt noch etwas erreicht werden könnte, was diplomatische Worte und Verhandlungen längst erzielt hätten. So man denn auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt verhandeln würde...

Posted by Marcel Leutenegger at 17:31
Das nukleare Zeitalter

Die Welt ist mit der Entwicklung der Atombombe in den 1940er Jahren in das nukleare Zeitalter eingetreten. Diese Technologie hat unsere weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung fundamental verändert und prägt die Geopolitik bis heute. Massenvernichtungswaffen unvorstellbarer Zerstörungskraft ebenso wie Kernkraftwerke und all ihre schmutzigen Hinterlassenschaften aus der Herstellung von Bomben- und Kernbrennstoff bedrohen ernsthaft alles Leben auf unserer Erde.

Unsere nuklearen Aktivitäten setzen fortlaufend Radioaktivität frei. Havarien hinterliessen dutzendfach grossflächige Verseuchungen, welche nicht aufgeräumt werden können. Was einmal freigesetzt wurde, bleibt in der Regel in der Umwelt. Bei dem ganzen Macht- und Machbarkeitswahn wurde möglichst vermieden, die Mutter aller Fragen zu stellen:

Was geschieht mit dem radioaktiven Abfall?

Lange Zeit wurde radioaktiver Abfall einfach in unseren Ozeanen versenkt. "Verdünnung ist die Lösung der Verschmutzung" (dilution is the solution to pollution) war das Motto der Wahl und ist es in Wiederaufarbeitungsanlagen bis heute geblieben. Heute werden zwar keine Fässer mehr von Frachtern gekippt. Dafür wird die radioaktive Fracht per Unterwasserleitung direkt ins Meer gepumpt. "Aus den Augen, aus dem Sinn" fällt mir hierzu ein.

Durch nukleare Havarien, Unfälle und tägliche Schlamperei fanden und finden radioaktive Stoffe viel zu oft den Weg in die Umwelt. Im Resultat besteht die Welt heute aus einem Flickenteppich von mehr oder weniger radioaktiv verseuchten Gebieten. Es gibt heute weltweit keine unbelasteten Gebiete mehr, da Atombombentests, Reaktorhavarien, kriminelle Entsorgung und ungezählte Unfälle den Globus vom Nord- zum Südpol mit radioaktivem Müll eindeckten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar.

Dieser Artikel ist ein Rückblick auf die letzten 75 Jahre, weil das nukleare Zeitalter sehr bald enden muss, soll die Biosphäre unserer Erde eine Zukunft haben. Wir können uns weltweit vielleicht noch zwei Havarien der Fukushima-Kategorie erlauben, bevor komplexe weit entwickelte Lebewesen und wir selbst wegen zu hoher Radioaktivität aussterben werden. Falls wir das nukleare Zeitalter rechtzeitig beenden wollen, werden wir zügig handeln müssen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Havarie liegt bei etwa 70% pro Jahrzehnt.

Empfehlenswerte Filme

Diese animierte Karte von Isao Hashimoto zeigt im Zeitraffer alle Atombombentests zwischen 1945 und 1998. Denken Sie sich die jüngsten Tests neuer Atomwaffenstaaten hinzu und addieren Sie die zivilen Havarien und militärischen Sauereien. Dann können Sie wage erahnen, wieviel radioaktives Material weltweit verstreut liegt.

Die Arte-Dokumentarfilme Albtraum Atommüll und Strahlendes Vermächtnis - 100'000 Jahre Endlagerung gehen der Frage nach, was mit industriellem und militärischem Atommüll gemacht wird.

Nach dem zweifachen Desaster in den Salzstöcken in Morsleben und Asse soll nun auf Biegen und Brechen im Salzstock Gorleben der deutsche Atommüll abgekippt werden. In Atomklo Norddeutschland - Warum der Süden verschont bleibt zeigt NDR eindrücklich, wie wenig deutschen Politikern die sichere Lagerung des Atommülls wert ist. Alle Atommüll-Einlagerungen in Salzstöcken führten ins Desaster. Wissenschaftler sprechen auch Gorleben seit Jahrzehnten die Eignung als Atommüllager ab. Wer in Gorleben einlagert, handelt deshalb vorsätzlich hoch kriminell. Leider wäre es in Deutschland nicht das erste Mal, wie der Asse-Skandal zeigt.

Aufgrund der lang anhaltenden Wirkung von radioaktiver Verseuchung werden die Lasten über die Jahre gerecht verteilt. Wird ein Endlager undicht, egal wo es steht und wer es betreibt, wandern radioaktive Abfälle Richtung Meer und landen in Meeresfrüchten auf unseren Tellern und mit dem Regen in unseren Gärten. Das ist längst der Fall.

Guten Appetit.

Posted by Marcel Leutenegger at 20:46
Fossile Schweiz

"Fossile Schweiz - Warum wir die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas reduzieren müssen" heisst eine aktuelle Studie von Daniele Ganser vom Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), welche in Kooperation mit der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) erstellt wurde.

Die Studie beleuchtet den Verbrauch fossiler Energien in der Schweiz im Jahr 2013, zeigt die Herkunftsländer und Transportwege auf und geht ausführlich auf Peak Oil und Peak Gas ein. Wer sich selbst schon mit der Energieversorgung auseinandersetzte, wird darin wenig Überraschendes finden. Eine zusätzliche Einschätzung lohnt sich trotzdem, besonders in einer so leicht lesbaren Weise.

Fazit | Einfach auf Seite 70 vorblättern. Viel Vergnügen.

Posted by Marcel Leutenegger at 21:32
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