Blog de Philippe Thalmann

Les jeunes doivent être exemplaires pour le climat mais pas la Suisse!

Les adversaires d'une réduction ambitieuse des émissions en Suisse aiment argumenter qu'ils se préoccupent pourtant bien des changements climatiques, mais que la Suisse peut obtenir beaucoup plus de résultats en encourageant d'autres pays, plus grands et plus pollueurs, à réduire leurs émissions. Ils oublient que ces pays ne se laisseront pas convaincre par un pays qui fait si peu pour réduire ses propres émissions.

Ce sont souvent les mêmes qui reprochent aux jeunes des grèves pour le climat de ne pas assez réduire leurs propres émissions ("ils devraient commencer par renoncer aux vols low-cost…"). Les jeunes devraient être exemplaires pour pouvoir exiger de nous de réduire nos émissions, mais comme pays nous n'avons pas besoin d'être exemplaires pour exiger d'autres pays qu'ils réduisent leurs émissions. Allez comprendre cette logique!

Posted by Philippe Thalmann at 18:36
Comments (0)
Warum ich die Gletscheriniative unterstütze

Journalisten fragen manchmal, wieso ich mich als Wissenschafter für eine politische Initiative engagiere (im wissenschaftlichen Beirat der Gletscherinitiative).

Ich fühle mich manchmal wie auf der Titanic. Meine Kolleginnen und Kollegen der Naturwissenschaften haben erste Eisberge beobachtet, und berechnet, dass das Schiff, so schnell wie es fährt, bei einem grossen Eisberg nicht ausweichen kann. Ich habe die Fahrt des Schiffes analysiert und berechnet, dass es bei einer der Gefahr angemessenen Geschwindigkeit bloss eine Stunde später in New York eintreffen würde. Was sollen wir Wissenschafter tun? In unseren Kabinen bleiben und Berichte verfassen, in der Hoffnung, dass der Kapitän oder einflussreiche Passagiere sie lesen werden und danach handeln?

Ich verfasse schon seit über 20 Jahren Bücher, Artikel und Berichte zur möglichen und mittlerweile notwendigen Klimapolitik (1997: Buch über Umweltabgaben und die ersten Schritte der Schweizer Klimapolitik). Andere Klimaforscher tun es schon viel länger. Trotzdem passiert viel zu wenig.

Die Lage spitzt sich zu. In den 90. Jahren war noch die Rede von voraussehbaren Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz um 2070. Das Mitigationsziel war 2000 Watt Energie und 1 Tonne CO2 (Kohlendioxyd) pro Kopf am Ende dieses Jahrhunderts. Dann kamen der Hitzesommer 2003 und viele andere extreme Wetterereignisse, die die Naturwissenschafter davon überzeugten, dass der Klimawandel schon im Gang war, auch in der Schweiz. Laufend mussten sie zugeben, dass ihre mittleren Prognosen zu optimistisch waren, dass immer das schlimmere Szenario sich realisiert. Z.B.: die Gletscher und die Eischilder von Grönland und der Antarktis schmelzen viel schneller als erwartet. Auf die COP21 in Paris hin (2015) wurde das Emissionsziel von 1 Tonne CO2 pro Kopf auf 2050 vorverlegt, damit die globale Erderwärmung nicht 2° übersteigt. In Paris wurde dann entschieden, dass 2° Erwärmung noch zu viel sind für viele Lebensräume. Der 1.5° Bericht des IPCC von 2018 hat das Emissionsziel deutlich auf Null Emissionen spätestens in 2050 festgelegt. Dieses Ziel hat die Gletscherinitiative übernommen. Ich wäre nicht überrascht, wenn wir bald merken, sogar das genügt nicht, um grosse Gefahren abzuwenden. Einzelne Wissenschafter schreiben schon für 2025 ein totales Aussteigen aus der fossilen Energie vor.

Es muss viel mehr geschehen, um grosse Gefahren abzuwenden.

Wir haben die Wahl zwischen zwei Welten. Eine Welt, die aussieht wir die heutige, nur viel schlimmer was das Klima anbelangt. Etwa wie Australien in den letzten Wochen, wo extreme Überschwemmungen auf extreme Trockenheit und extreme Hitze mit extremen Waldbränden folgen. Und eine andere Welt ohne fossile Energie, in der wir frei von Luftverschmutzung leben, mit viel weniger Strassenlärm, in gut isolierten Gebäuden und überhaupt viel gesünder; eine Welt, wo viel weniger Reichtum in die Erdölländer abwandert und viel weniger Klimaflüchtlinge eine Zuflucht suchen. Ich wünsche meinen Kindern und Enkelkindern diese bessere Welt.

Posted by Philippe Thalmann at 15:48
Comments (0)
Die Gletscherinitiative ist eine reine Verbotsinitiative mit Verbotsdatum 2050

Mit diesen Worten wurde Nationalrat und FDP Vize-Präsident Christian Wasserfallen in der Ausgabe des 5. Februars des Tages-Anzeigers zitiert.

Herr Wasserfallen hat sicher nichts Grundsätzliches gegen Verbote in der Verfassung. Er würde bestimmt nicht das Verbot der Todesstrafe (Art. 10) oder der Zensur (Art. 17) streichen wollen. Beim Verbot des Handels mit menschlichen Organen (Art. 119a) oder beim Instruktionsverbot für Mitglieder der Bundesversammlung (Art. 161) bin ich mir weniger sicher.

Nun, ist es schon so, dass die Gletscher-Initiative ein weiteres Verbot in die Verfassung verankern will, nämlich das in Verkehr bringen von fossilen Brenn- und Treibstoffen ab 2050 (https://www.klimaschutz-schweiz.ch/). Damit ist sie aber noch keine "reine Verbotsinitiative", denn sie verlangt ja vom Bundesrat und Parlament, dass sie die Ausführungsgesetzgebung innert längstens fünf Jahren erlassen, also ein Klimaschutzgesetz mit Absenkpfad für die Treibhausgasemissionen bis 2050 und die erforderlichen Instrumente zur Einhaltung dieses Absenkpfades. Die Instrumente werden hoffentlich nicht nur Verbote sein. Absatz 4 der Initiative verlangt: "Die Klimapolitik ist auf eine Stärkung der Volkswirtschaft und auf Sozialverträglichkeit ausgerichtet und nutzt namentlich auch Instrumente der Innovations- und Technologieförderung".

Ich traue es dem Bundesrat und dem Parlament zu, Instrumente zu entwerfen, die uns unter diesen Bedingungen bis 2050 von unserer Abhängigkeit von klimaschädlichen Stoffen befreien. Mit meinem Team an der EPFL und mit vielen Kollegen in der Schweiz arbeiten wir schon lange an solchen Instrumenten. Das CO2-Gesetz enthält ja schon einiges, auch wenn es zum Schutz mancher Eigeninteressen unnötig kompliziert ist.

Posted by Philippe Thalmann at 17:53
Comments (0)
Was kostet die Schweizer Klimapolitik dem typischen Schweizer Haushalt?

Si vous voulez lire ce texte en français, copiez le dans https://www.deepl.com/translator

Der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark liefert eine interessante Antwort auf diese Frage (Die Zeit, 2. Dez. 2018):

"Er stellt sich den Schweizer Modellhaushalt als vierköpfige Familie vor, die ein Einfamilienhaus bewohnt und ein Auto besitzt. Um das Haus zu beheizen, verbrennt sie jährlich 3000 Liter Heizöl, und mit dem Auto, das auf 100 Kilometer acht Liter Benzin verbraucht, legt die Familie jedes Jahr 20.000 Kilometer zurück. Wenn nun der Liter Heizöl mit 29 zusätzlichen Klimarappen belastet wird, so wie es das CO₂-Gesetz vorsieht, und wenn außerdem auf jeden Liter Benzin acht Rappen draufgeschlagen werden, um die Umweltschäden zu kompensieren, die das Autofahren verursacht, und wenn SVP-Kopfrechner Imark schließlich kalkuliert, dass sich die Konsumgüter um jährlich 325 Franken verteuern, wenn sie klimafreundlicher hergestellt und transportiert werden müssen, dann macht das 1323 Franken."

Herr Imark findet diese Belastung mit Recht "einschneidend". Zum Glück ist die Rechnung falsch, aus diesen Gründen:

  • Die CO2-Abgabe auf Brennstoffen wird zu zwei Dritteln direkt an die Haushalte und Unternehmen zurückerstattet (es ist eine Lenkungsabgabe); ein Drittel indirekt über das Gebäudeprogramm, dass die energetische Sanierung von Gebäuden vergünstigt.
  • Die Familie, die jährlich 3'000 Liter Heizöl verbrennet und mit einem 8L/100 km Auto 20'000 km fährt, wird am Ende mehr zahlen als sie zurückerstattet kriegt (ausser sie renoviert in diesem Jahr gerade ihr Haus mit Geld aus dem Gebäudeprogramm), weil ihr Klimafussabdruck grösser ist als der Durchschnitt. Eine bescheidenere Familie kriegt mehr zurückerstattet als sie zahlt.
  • Die Meisten Haushalte werden ihr Verhalten anpassen und eben weniger Heizen, ihr Haus sanieren, weniger herumfahren, ein sparsameres Auto kaufen, weniger fliegen, Produkte mit einem geringeren CO2-Fussabdruck kaufen von Firmen, die auch auf die Anreize der Klimapolitik reagieren und den Abgaben ausweichen werden. Das ist ja gerade das Ziel solcher Lenkungsabgaben, gekoppelt mit Unterstützungsmassnahmen wie das Gebäudeprogramm, die Förderung des ÖV und des Langsamverkehrs, usw. Herr Imark stellt die Haushalte für dumm oder passiv dar.
  • Wird der Familie von Herrn Imark wegen Klimawandel das Haus überschwemmt, das Auto von einem Erdrutsch erdrückt, die Kinder krank von der Luftverschmutzung und tropischen Krankheiten, usw., dann leidet diese Familie mehr als wegen der Klimapolitik.

Wir haben die Kosten einer progressiven Dekarbonisierung der Schweizer Wirtschaft bis 2050 gerechnet. Auch andere Ökonomen haben dies getan. Nicht im Milchbuechli wie Herr Imark, sondern mit komplexen und datenreichen Simulationsmodellen der gesamten Volkswirtschaft, mit allen möglichen Rückkoppelungen. Fazit: die Dekarbonisierung kostet den Haushalten höchstens 1,5% ihres Konsums. Dies bei einer viel ambitiöseren Politik als das CO2-Gesetz, das zur Diskussion steht. Und ohne Berücksichtigung der Gewinne durch weniger Lärm, Luftverschmutzung, usw.

Posted by Philippe Thalmann at 17:51
Comments (0)
Pourquoi les gilets jaunes n'aiment pas la taxe carbone

Un chien battu mord la main qui lui tend un os. On est obligé de penser à cet adage en voyant cette population désécurisée et précarisée se révolter contre la taxe carbone et son cortège de mesures d'accompagnement. Le plus choquant, c'est que ce sont justement les groupes politiques qui leur ont coupé les aides régionales, ont taillé dans leur filet social, ont fragilisé leurs emplois et ont semé la peur (de la criminalité, de l'étranger, du musulman) parmi eux, qui profitent de leur révolte pour argumenter que "la population" ne veut pas d'une taxe carbone. C'est le bourreau du chien qui prétend qu'il n'aime pas les os!

Posted by Philippe Thalmann at 7:37
Comments (0)
Naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Weg in die Klimapolitik

Vortrag am Symposium "Von der Wissenschaft in die Politik. IPCC, ProClim, HADES: 3-mal 30 Jahre Klima und Wasser im Fokus", Bern, 28.11.2018

Ich wurde eingeladen, die Auswirkungen der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse auf die Klimapolitik zu beleuchten.

Seit 2008 wird auf allen fossilen Brennstoffen eine CO2-Abgabe erhoben. Sie beträgt mittlerweile 35.6 Rappen pro Liter Heizöl und 19.2 Rappen pro m3 Erdgas. Das ist etwa vier Mal mehr als die Klimaabgabe, die in Frankreich zehntausende auf die Strassen treibt (dort wird sie aber auch auf Treibstoffen erhoben). Diese Lenkungsabgabe hat letztes Jahr über 1 Milliarde Franken (2017: 1'114 MCHF) aus den Taschen der BürgerInnen und Unternehmen gezogen. Zwei Drittel (2017: 718 MCHF) werden ihnen rückvergütet. Mit etwa 200 Millionen CHF wird die energetische Sanierung von Gebäuden subventioniert (einbezahlt vom Bund wurden 2017 292 MCHF). Zudem verschärfen die Kantone laufend ihre Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden bei Bau- und Erneuerungsbewilligungen. Hinzu kommt noch eine ganze Reihe weiterer Massnahme. So wird der Kauf von neuen Autos, die mehr als 130 gCO2 /km ausstossen, unter Umständen bestraft; Importeure von Treibstoffen müssen die daraus erfolgenden Emissionen zum (kleinen) Teil kompensieren; in der Abfallwirtschaft wird der Treibhausgasausstoss gemindert; sogar die Landwirtschaft sucht Lösungen fürs Methan.

Es tut sich also etwas, weil die Bevölkerung und ihre Vertreter überzeugt sind, dass der Treibhausgasausstoss gesenkt werden muss. Diese Überzeugung beruht auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Erste Massnahmen wurden schon 1990 eingeführt, im Rahmen des Energie 2000 Programms: ein Hauptziel des Programms war es, den Verbrauch von fossiler Energie bis 2000 auf der Höhe von 1990 zu stabilisieren und danach reduzieren. Dies aber nicht aus Sorge um das Klima, sondern um die Importabhängigkeit zu senken. Wäre das Klimapolitik, dann könnte man die Elektrifizierung der Eisenbahnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Ur-Klimapolitik anschauen. Richtige Klimapolitik treibt die Schweiz eigentlich erst seit der Unterschrift der Uno-Rahmenkonvention von 1992.

Damals glaubte man noch, der Klimawandel würde sich erst in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts bemerkbar machen. Es war also keine Reaktion auf Hitzesommer und schneearme Winter, bröckelnde Berge und Jahrhundertüberschwemmungen, sondern alleine das Vertrauen in die Wissenschaft, die gesagt hatte, solche Phänomene werden eintreten und wir können sie verhindern, wenn wir unseren Treibhausgasausstoss senken.

Ich könnte hier aufhören mit einem positiven Fazit: Ja, die Bevölkerung und die Politik hören auf die Wissenschaft, wenn sie vor gefährlichem Klimawandel warnt und überzeugend argumentiert. Bevölkerung und Politik richten sich danach, auch wenn es etwas kostet.

Aber eben, mir wurde eine Schnecke vor den Vortrag gesetzt.

Schnecke, weil doch recht spät reagiert wurde. 1992 tönt früh, aber der Treibhauseffekt und wie er durch unsere CO2-Emissionen angeheizt wird, dies weiss man schon seit dem 19. Jahrhundert. ProClim wurde 1988 gegründet. Ein richtiges Klimaschutzgesetz, das CO2 Gesetz, gibt es aber erst seit 2000 und die CO2 Abgabe erst seit 2008. Der Klimaschutz steht noch nicht einmal in der Bundesverfassung!

Was wurde bisher erreicht? Eine Stabilisierung der CO2-Emissionen trotz Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Immerhin.

Wenn man dies näher anschaut, dann sieht man, dass die Klimapolitik noch recht wenig bewirkt hat – die Stabilisierung ist steigenden Öl- und Gaspreisen zu verdanken, und Effizienzmassnahmen, die aus anderen Gründen getroffen wurden. Zum Beispiel in der Europäischen Autoindustrie.

Warum so wenig? Weil es eben etwas kostet… Und besonders, weil eine Branche ihr Einkommen verteidigt. Nach meinen inoffiziellen Schätzungen, fast vier Milliarden Franken.

Im Parlament sitzen Vertreter von Parteien und Kantonen. Sie fühlen sich dafür gewählt, um die Prioritäten ihrer Partei und ihres Kantons zu verteidigen. Einfaches Anschauungsbeispiel. Es hat nur zwei Parteien. Die eine erklärt sich als Vertreterin der Wirtschaft, die andere als Vertreterin des Klimas. Gehören der ersten mehr Parlamentarierinnen an als der zweiten, dann prägt sie die Klimapolitik: wirtschaftsfreundlich und nicht zufriedenstellend für die Umwelt. In unserer Demokratie ist das so OK. Unsere ParlamentarierInnen dürfen sogar ganz spezifische Interesse verteidigen – die Krankenkassen, die Autoimporteure, die Vögel und Schnecken. Solange die Stimmbürgerinnen dies bei der Wahl wissen könnten. Wählen sie mehr Wirtschafts- als KlimavertreterInnen, dann haben sie ihre Präferenz geäussert: mehr Wirtschaftswachstum, auch wenn es das Klima verändert.

Alle wissen woran es mangelt – nicht an Wissen über den Klimawandel, seine Ursachen und Folgen, sondern an Massnahmen. Massnahmen um den Verbrauch von fossiler Energie rapide zu senken und uns auf das veränderte Klima anzupassen. Niemand weiss das so gut wie die KlimawissenschaftlerInnen. Doch sie haben Hemmungen, nach diesen Massnahmen öffentlich zu rufen, und zwar doppelte Hemmungen – als WissenschaftlerInnen, weil viele von WissenschaftlerInnen erwarten, dass sie schön brav Wissenschaft produzieren und sich aus sozialen und politischen Debatten heraushalten; und als NaturwissenschaftlerInnen, weil die Massnahmen die es braucht in der Politik, dem Recht, der Wirtschaft, der Gesellschaft entschieden und umgesetzt werden müssen.

Wir sind auf der Titanic und der Kapitän hat auf Vollgas gesetzt, denn alle wollen so schnell wie möglich in Amerika ankommen. Wenn dabei noch ein Wachstumsrekord, pardon, Geschwindigkeitsrekord erzielt wird, umso besser. Die NaturwissenschaftlerInnen warnen, es hat Eisberge, denen man bei dieser Geschwindigkeit nicht ausweichen kann. Niemand hört ihnen zu, noch nie wurde ein so starkes Schiff von einem Eisberg gesenkt.

Was würden Sie auf der Titanic tun?

  • Resignieren und sich selber auf eine Kollision vorbereiten?
  • Weiter rufen, mit anderen Worten, bis die Gefahr verstanden wird?
  • Das Steuer an sich reissen, um die Passagiere gegen ihren Willen zu retten?
  • Weiter forschen, um die Gefahr noch besser vorauszusagen? Ob die Passagiere einer Verlangsamung der Titanic zustimmen, das hängt von sehr vielen Faktoren ab, sicher nicht von einer rationalen Abwägung von Kosten und Nutzen in perfekter Kenntnis beider, wenn dies überhaupt möglich wäre. Wer kann schon mit Wahrscheinlichkeiten umgehen?
  • Vielleicht besser aufzeigen, dass eine gedrosselte Fahrt auch Vorteile hat: es wird Treibstoff gespart; als Passagier geniesst man länger die Überfahrt.
  • Es ist vielleicht auch besser, weniger über Fakten und Zahlen zu sprechen, mehr über Werte: dass es lohnt, sich die Zeit zu nehmen, den Weg zu geniessen anstatt auf das Ziel zu streben; dass man an die anderen Passagiere denken sollte; oder sich überlegen, ob es die Geschwindigkeit für ein gutes Leben nötig ist.

Es braucht wohl ein bisschen von allem und es braucht verschiedene Ansätze für ein heterogenes Publikum, noch mehr in verschiedenen Kulturräumen und politischen Systemen. Zum Glück seid ihr NaturwissenschaftlerInnen nicht die einzigen, die das Klima verteidigen.

Was könnt ihr aber konkret tun, damit die Schweizer Klimapolitik ambitiöser wird?

  1. Es haben noch nicht alle verstanden, wie gefährlich der Weg ist, auf dem sie sich wie auf der Titanic treiben lassen. Eure erste Aufgabe als NaturwissenschaftlerInnen bleibt es, die Gefahren zu erkennen und immer wieder zu erklären.
  2. Die Schweizer Klimapolitik wäre ambitiöser, wenn mehr in der Wirtschaftspartei verstehen würden, dass die sture Verteidigung der fossilen Industrie dem Rest der Wirtschaft mittel und langfristig überproportional schadet. Ihr könnt die Gefahren für den Tourismus, die Bergregionen, die Landwirtschaft, die Wasserwirtschaft, die Infrastruktur, das Gesundheitswesen, usw. aufzeigen. Sowie die Chancen für die Cleantech-Branche. Ihr solltet dies sogar sofort tun und die WirtschaftsvertreterInnen im Parlament aus eurem Kanton anschreiben oder anrufen – denn diese Tage entscheidet das Parlament über das neue CO2 Gesetz.
  3. Die Schweizer Klimapolitik wäre auch ambitiöser, wenn die Bürgerinnen mehr KlimavertreterInnen wählen würden als WirtschaftsvertreterInnen. Ihr könnt wenigstens in eurem Umkreis für die Klimapartei werben, indem ihr aufzeigt, dass "Wirtschaftswachstum über alles" nicht lange haltbar ist.
  4. 50 öffentliche und private Unternehmen sind an der Quelle von 50% des industriellen Treibhausgasemissionen. Vielleicht könnt ihr beitragen, denen den Geldhahn für Investitionen zuzudrehen, z.B. über eure Bank, eure Pensionskasse.
  5. Und natürlich im Alltag euren Klimafussabdruck verkleinern.

Nicht aufgeben. Die Schnecke weiter anstacheln!

Posted by Philippe Thalmann at 7:36
Comments (0)
Le "Nobel" d'économie 2018 - William Nordhaus

Comme l'autre lauréat Paul Romer, William Nordhaus a commencé par s'intéresser à la croissance économique, pas pour la remettre en question, mais pour argumenter que la croissance mesurée par le PIB ne garantit pas l'augmentation du bien-être (1973, avec James Tobin). Il est un peu le père de la "comptabilité nationale verte", cette comptabilité nationale qui prend en compte la dégradation de l'environnement et l'épuisement des ressources.

En 1975, Nordhaus publie "Pouvons-nous contrôler le CO2?", et en 1977, "Stratégies pour contrôler le CO2" (mes traductions), des papiers riches en innovations, avec lesquels il a planté des jalons utilisés encore aujourd'hui et qui méritent ainsi le titre de berceau de l'économie des changements climatiques:

  • Ce sont les premières publications qui formulent la limite pour le réchauffement à +2°, limite au-delà de laquelle cela devient dangereux parce que ce serait une température qu'on n'a pas connue depuis 100'000 ans
  • Ce sont les premières publications qui simulent un doublement de la concentration de CO2 (à partir de 330 ppm à son époque; NB: env. 405 ppm aujourd'hui); ce doublement de la concentration est resté longtemps le standard pour les simulations de réchauffement
  • Ce sont les premières publications utilisant un modèle d'évaluation intégrée – un modèle qui ferme la boucle activité économique – émissions de CO2 – augmentation de la concentration de CO2 – réchauffement – impacts sur les activités économiques, par exemple les rendements agricoles. Le modèle est simple: 12 équations!
  • Ces papiers jettent les bases pour l'approche coûts-avantages de la politique climatique: jusqu'au faut-il réduire les émissions de CO2 en comparant ce que cela coûte en croissance économique avec les dommages que cela permet d'éviter?

C'est peut-être ce dernier aspect qui est le plus controversé: peut-on vraiment mettre en balance des pertes de revenus, de profits et d'emploi d'un côté (les coûts de la mitigation) avec des pertes de vies humaines, des migrations massives, l'effondrement de la biodiversité, la disparition des coraux (les coûts des changements climatiques)?

Nordhaus conclut de ses simulations qu'il faut réduire les émissions de CO2, mais dans une proportion relativement modeste. Il propose d'y arriver avec une taxe CO2 harmonisée au niveau mondial. Pour ne pas dépasser le plafond des 2°, il faut, selon ses simulations, une taxe de $72/tC ($20/tCO2) en 2015 qui augmente de quelques 3% par an, en supposant que tous les pays participent (Nordhaus 2008).

William Nordhaus a reçu son "prix Nobel" le même jour que le GIEC publiait son rapport "1.5°". Pourtant, ce rapport devrait profondément déplaire à Nordhaus. Pas tellement parce qu'il a abandonné "son" plafond de 2° de réchauffement, le trouvant trop dangereux. Plutôt parce que les travaux résumés par le GIEC rejettent l'approche coûts-avantages de Nordhaus pour fixer un objectif de réduction. Les coûts de la réduction des émissions ne sont même pas estimés. C'est un impératif moral qui dicte la politique climatique et non les calculs du niveau optimal de réduction. Les simulations publiées par Nordhaus depuis 1975 n'ont jamais conduit au fléchissement, même modeste, des émissions qu'il a préconisé. Il faut espérer et œuvrer pour que le nouvel appel bien plus pressant de la communauté scientifique ait plus de retentissement.

Posted by Philippe Thalmann at 16:45
Comments (0)
Emissions négatives de CO2

Au rythme auquel le monde continue d'émettre du CO2 et d'autres gaz à effet de serre dans l'atmosphère, leur concentration sera bientôt si importante qu'il s'en suivra un réchauffement qui dépassera largement les 2° reconnus comme un maximum tolérable dans l'Accord de Paris. Il faudra alors retirer des gaz à effet de serre de l'atmosphère à une échelle inconnue à ce jour.

Pour comprendre ce que cela signifie, il peut être utile de se représenter un lac suisse tel le lac de Sempach. Ce petit lac de 14,5 km2 entouré de champs et de quelques villages a longtemps souffert de l'infiltration d'engrais agricoles et du déversement d'eaux usées. Ils ont fait proliférer des algues et diminuer drastiquement la concentration d'oxygène. Après l'hécatombe de poissons de 1984, des mesures ont été prises pour oxygéner le lac et réduire les apports de nutriments. La concentration de phosphates a sensiblement baissé mais reste trop élevée. Les pompes continuent de souffler de l'air dans le fonds du lac.

Ce que l'humanité prévoit plus ou moins consciemment de faire, c'est répéter l'expérience du lac de Sempach, mais cette fois avec l'atmosphère planétaire. Elle espère probablement qu'en réduisant un jour les apports de gaz à effet de serre et en mettant en œuvre des mesures de géoingénierie, elle pourra faire baisser la concentration de ces gaz à un niveau compatible avec un réchauffement modéré. Il ne suffira pas de réduire les nouvelles émissions proches de zéro et de planter des arbres à tout va, il faudra massivement retirer du CO2 de l'atmosphère. C'est comme s'il fallait extraire le phosphate du lac de Sempach, une mesure qu'on n'a même pas tentée à l'échelle de ce petit lac.

Posted by Philippe Thalmann at 13:37
Comments (0)
Hypocrisie du désinvestissement des énergies fossiles ?

Vouloir désinvestir des industries des énergies fossiles (charbon, pétrole, gaz naturel) alors que nous avons importé pour 8,9 milliards de francs de ces énergies en moyenne chaque année de 2000 à 2016 (OFEN, Statistique globale de l'énergie 2016, tab. 41), cela fait penser à ces hommes politiques qui entretiennent une maîtresse tout en prônant les valeurs familiales. Ceux qui appellent cela de l'hypocrisie n'ont pas tort et ils n'hésitent pas longtemps avant de brandir cet argument contre tout appel au désinvestissement.

Examinons cet argument de plus prêt. Admettons qu'il soit effectivement "logique" ou "cohérent" ou simplement "honnête" de participer au financement d'une production dont nous profitons aussi. Est-ce vraiment ce que la place financière suisse fait? On va voir que ses investissements dans l'industrie des énergies fossiles dépassent en réalité de loin notre propre consommation de ces énergies.

Prenons, pour commencer, la Banque Nationale Suisse. Dans ses tentatives désespérées pour freiner la hausse du franc suisse contre les autres monnaies de référence, elle a acheté des quantités astronomiques de ces monnaies. Son bilan au 31 décembre 2017 affichait pour 790 milliards de francs de monnaies étrangères, qui sont placées pour l'essentiel dans les marchés financiers des pays correspondants. Les Artisans de la transition ont fait analyser par ISS-Ethix ses placements en actions aux Etats-Unis, au Royaume-Uni et dans quelques autres entreprises européennes. Seul le placement de 92 milliards de francs a pu être reconstitué. Sur cette somme, 7,4 milliards de francs sont investis dans l'industrie fossile. En calculant les émissions de gaz à effet de serre dues à l'énergie de ces entreprises et en les multipliant par la quote-part de la BNS à leur capitalisation boursière, ISS-Ethix a estimé que la BNS avait financé pour 30 millions de tonnes de CO2eq en 2017. En comparaison, les émissions de gaz à effet de serre liées à l'énergie de la Suisse se sont montées à 37,5 millions de tonnes de CO2eq en 2016 (inventaire OFEV).

En d'autres termes, avec 7,4 milliards de francs, soit 9,3% de son immense portefeuille financier, la BNS finance à elle seule 80% de la production d'énergie fossile consommée en Suisse. Même s'il s'agit de la partie la plus intensive en carbone de son portefeuille, le reste profite aussi à des degrés divers à l'industrie fossile, notamment via les actions d'entreprises productrices d'énergie fossile d'autres pays et les obligations de nations "pétrolières".

La BNS n'est évidemment pas la seule institution financière suisse détenant des placements à l'étranger. South Pole Group a examiné pour le compte de l'Office fédéral de l'environnement comment étaient placés 280 milliards de francs gérés par des fonds de placement suisses en actions (ce montant représente 80% de ces fonds). 4,6% de cet argent sont investis dans des actions d'entreprises de l'industrie fossile. Avec la même méthode que pour la BNS, on peut associer des émissions de gaz à effet de serre de quelques 52 millions de tonnes CO2eq par année à ces investissements.

Il y a encore d'autres acteurs importants du marché financier – les caisses de pension, les assurances, les fonds AVS et Assurance accident, etc. Eux tous détiennent des portefeuilles, pour un total de 824 milliards de francs (fin 2016), qui comprennent également beaucoup de titres d'entreprises de l'industrie fossile. Ils contribuent eux aussi à financer la production d'énergie fossile.

Les données sont encore trop lacunaires pour évaluer l'investissement total de la place financière suisse dans l'industrie fossile, mais il est clair qu'elle finance au moins trois fois et probablement plutôt six fois la production de l'énergie fossile consommée en Suisse. Alors d'accord, pas d'hypocrisie, acceptons de financer la production des énergies fossiles que nous consommons, mais pas plus que cela. Il faut donc immédiatement diviser par six nos investissements dans le secteur des énergies fossiles. Ensuite il faudra continuer de réduire ces investissements à mesure que nous abaisserons notre consommation d'énergie fossile, jusqu'à un désinvestissement total vers le milieu du siècle. La première chose à faire est de désinvestir complètement de l'industrie du charbon, puisque la Suisse n'en utilise pratiquement pas.

Posted by Philippe Thalmann at 11:19
Comments (0)
Couper le budget de l'EPFL malgré les excédents de la Confédération

Hier soir, en séance du Conseil de la faculté ENAC, un membre s'étonnait que la Direction de l'EPFL ait été obligée de couper les budgets de toutes les facultés de 3% alors que la Confédération bouclait une fois encore ses comptes avec un excédent "surprise" de 4,8 milliards de francs, soit 240 fois la coupe imposée à l'EPFL.

La réponse se trouvait dans les bons journaux du même jour: le chef de file de l'UDC au Conseil National, Thomas Aeschi, a proposé une modification du droit des sociétés anonymes qui ferait perdre à la Confédération jusqu'à 2,3 milliards de francs par année en faveur des actionnaires. Cette proposition s'ajoute aux projets d'aligner l'imposition de toutes les entreprises sur le régime de faveur offert aux entreprises à statut spécial (voir mon billet du 30 janvier 2015), de supprimer le droit de timbre d'émission, de ne plus imposer la valeur locative du logement occupé par son propriétaire, d'alléger la fiscalité des couples mariés à doubles revenus élevés, etc.

En clair, pour la majorité actuelle du Parlement, il est plus important d'alléger la fiscalité que d'investir dans l'avenir. On se croirait presque dans l'Amérique de Trump…

Posted by Philippe Thalmann at 7:52
Comments (0)
Page : 1 2 3 4 5 Next »
RSS